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FZR
1000 / YZF 1000 Instandsetzungsliste
(inkl.
einer "Kurzgeschichte" von Klaus
...man kann den Text auch
ausdrucken
Hallo
FZR und YZF Freunde!
Eine
kleine Story über Feuer vorab. Jedem ist
bekannt, daß ein Feuer langsam aber sicher
den Brennstoff von dem es zehrt verbraucht. In
diesem Falle will ich aber nicht auf den
Benzinverbraucht der Motoren hinaus, sondern
einfach nur darauf, daß Feuer seine Resourcen
verbraucht, je größer es ist, desto
schneller geht es von statten.
Nehmen
wir mal den 1000er FZR / YZF Motor, er hat
reichlich davon, auch wenn man dem natürlich
auch noch ein wenig nachhelfen kann, aber das ist
eine andere Geschichte. Es gibt andere Triebwerke
die weniger "Feuer" entwickeln und folglich dessen
die Ressourcen nicht so schnell aufbrauchen. Wenn
sich bemerkbar macht das das "Feuer"
nachläßt, muß man wieder für
Ressourcen sorgen. Bei den einen früher, bei
den anderen später, je nach dem wieviel Feuer
man dem Triebwerk abverlangt. Nehmen wir also
unseren 1000er Motor und stellen fest, das sich
dieser Verbrauch glücklicherweise nicht in
Motorschäden niederschlägt, sondern in
Ölverbrauch. Ärgerlich, aber nicht
kritisch. Dann müssen wir entweder für
mehr Öl sorgen, was auf Dauer aber auch nicht
so dolle ist, wenn man an der Tankstelle den
Ölstand auffüllt und Benzin nachschaut
:-)
Oder
wir gehen her und beseitigen die Ursache. Diese hat
meist mehrere Gründe, die immer auf den
gleichen Punkt hinauslaufen und zwar auf den
Verschleiß. Dieser kommt zustande, indem sich
die Kolben an den Zylinderwänden
"abschleifen", oder die Kolbenböden einfallen
und der Kolben im oberen Bereich schrumpft. Dadurch
erhöht sich das Laufspiel und die
Zylinderlaufbahnen werden oval durch das Kippen der
Kolben. Wie erwähnt, es führt fast nie zu
Motorschäden, aber die Kolbenringe können
irgendwann nicht mehr die Aufgabe des Abdichtens
übernehmen und lassen Öl durch, was sich
erstens durch den Verbrauch und zweitens durch
blauen Rauch aus dem Auspuff bemerkbar macht.
Wollen wir dem entgegenwirken und es beseitigen,
sind zumindest neue Kolbenringe fällig, aber
diese beheben nicht den Verschleiß der
anderen Teile. Die neuen Ringe bringen einen
höheren Anpreßdruck als die alten und
dichten folglich dessen besser ab. Aber wie gesagt,
die Ursache ist nicht beseitigt. Zu empfehlen sind
auf jeden Fall Kolben mit dem 1. Übermaß
und folglich dessen Ausschleifen auf das
ensprechende Maß. Wichtig hierbei ist,
daß jeder einzelne Kolben vermessen wird und
jede einzelne Laufbüchse auf das Maß des
Kolbens geschliffen wird. Unterschiede der
Kolbenmaße sind selten aber nicht
auszuschließen. Bei der Wahl der Kolben
empfehle ich immer, auf die Thunderace Kolben
zurückzugreifen. Dies sind Schmiedekolben die
nicht einfallen und sind noch dazu zwei Zehntel
Millimeter höher was noch eine gering
höhere Verdichtung mit sich bringt, die eine
Drehmomentsteigerung und somit besseren Durchzug
bewirken.
Wem
das noch nicht genug ist, der kann auch auf
hochverdichtende Tuningkolben, oder auf Big-Bore
Kolben zurückgreifen, die jedoch bei
1070cm³ andere Laufbüchsen erfordern.
Wenn Ihr nun die Zylinderbank schleifen laßt,
dann achtet darauf, wo Ihr sie schleifen
laßt! Nicht jede Schleiferei ist gleich gut.
Leider mußte ich diese Erfahrung auch schon
machen. Eine namhafte Zylinderschleiferei hat eine
Zylinderbank ausgeschliffen und der Motor hat nach
der Einfahrzeit immernoch 1,5l Öl auf 1000km
gebraucht! Nach Vermessen aller Zylinder und aller
Kolben ließ sich kein abweichendes Maß
feststellen, daraufhin habe ich die Bank bei einer
anderen Firma nachhonen lassen und siehe da: der
Ölverbrauch war komplett weg! [Kommentar
vom Wäbdesigner: Der flunkert doch!] Die
Ursache waren zu grob geschliffene Laufbahnen. Eine
weitere Ursache für Ölverbrauch sind die
Ventilschaftdichtungen, die jedoch beim
Ölverbrauch eine geringere Rolle spielen. Wenn
der Motor schon mal auf ist, sollte man diese auch
gleich mit tauschen! Ein weiterer Punkt der
unbedingt bei einer Motorrevision
überprüft werden sollte sind die
Einlaßventile. Leider hat Yamaha dort auch
zum Teil (!) sehr schlechte verbaut. Dies trifft
auf FZR 600 89-93, FZR 1000 89-93, und TRX 850 zu.
Die Ventile sind zu weich und schlagen in die
Ventilsitze ein. Dabei werden die Ventile
zerstört die zum Teil auch die Ventilsitze in
Mitleidenschaft ziehen. Dies trifft jedoch nur auf
die Einlaßventile zu! Die
Außlaßventile halten normalerweise
ewig. Der Verschleiß ist zum Teil auf das
fehlende Blei im Benzin zurückzuführen
das den Aufschlag der Ventile auf den Sitz
dämpft. Verwendet man Bleiersatz halten die
Ventile auch nahezu ewig. Also von vorneherein,
vergeßt die 42000 km Ventilspielintervalle
die Yamaha angibt, dies ist ein Wunschtraum der nur
bei 5% der Motoren zutrifft. Die Ventile sind
einfach zu überprüfen. Wenn sie ausgebaut
sind kann man sehen das sie an den Dicht-
flächen eingeschlagen sind. Theoretisch
können die Ventile nachgeschliffen werden,
aber da die gehärtete Oberfläche bereits
verschlissen ist, halten die Ventile nicht mehr
lange, es sein denn es wird Bleiersatz verwendet,
dies läßt die Lebenserwartung ansteigen.
Die beste Lösung sind im Fall von
eingeschlagenen Ventilen der Ersatz durch neue
Ventile, die inzwischen auch die entsprechende
Härte aufweisen. Dann muß in jeden Fall
der Ventilsitz wieder auf die neuen Ventile
eingeschliffen werden. Meist reicht einfaches
Einschleifen nicht mehr aus, da die drei
Fächen nicht mehr korrekt sind. Die
Ventilsitze "wandern" auch nach innen Richtung
Zündkerze, wobei ich dieses Phänomen
nicht erklärten kann. Sollte also die
Überarbeitung des Zylinderkopfes fällig
werden empfiehlt es sich die Sitze maschinell neu
zu fräsen, da die Maschine die Sitze auch
wieder korrekt mittig fräst.
Ein
Tip noch, bei Laufleistungen um die 50.000km oder
mehr sollten auch die Kurbelwellenlager und
Pleuellager überprüft werden, die
Mehrarbeit hält sich in Grenzen und der
Aufwand kann sich später auszahlen. Das
fressen der oberen Pleuelaugen am Kolbenbolzen ist
zwar nicht schön, aber auch nicht all zu
kritisch. Dieses Fressen tritt eigentlich bei allen
FZR Motoren auf. Wenn die Freßspuren schon
tiefer sind und schon leichtes Spiel festzustellen
ist, können die Augen auch mit
Bronzebüchsen versehen werden. Es müssen
nicht gleich neue montiert werden, die horende
Summen verschlingen.
Sind diese Arbeiten erfolgt, kann der Motor wieder
zusammengebaut werden und das "alte Feuer" brennt
wieder lichterloh. Dies ist oft mehr zu empfehlen
als ein Austauschmotor, denn wer weiß, in
welchem Verschleißstadium er sich befindet
und wer weiß, wie er gefahren wurde. Bei
einer Motorrevision weiß man, wo man dran ist
und bekommt auch Garantie auf die Arbeiten. Dies
alles ist eine Erläuterung des FZR
Motorverschleißes, das sich vielleicht nicht
sonderlich gut anhört, aber Freunde,
laßt Euch nicht erschrecken, FZR Motoren mit
100.000km sind auch keine Seltenheit. Sie wurden
nicht immer geschont, aber gut gepflegt. Das
heißt auch in erster Linie IMMER
warmgefahren, denn das ist der größte
Feind des Motors [Kommentar von
Wäbdesigner: hä???].
Erlaubt mir auch einen kleinen Seitenhieb Richtung
Honda, immer heißt es, diese Motoren halten
ewig. Dazu kann ich nur sagen wenn sie die gleiche
Leistung aufbringen würden, läge der
Verschleiß auch wesentlich höher! Denn
die Erfahrung hat gezeigt, daß diese getunten
Motoren auch anfällig werden. Deshalb, haltet
das Feuer am Brennen und freut Euch
drüber!
Selbstverständlich
übernehmen wir auch Eure Motorrevisionen oder
schicken Euch die Ersatzteile und lassen auch die
Überarbeitung der Teile für Euch
erledigen, bei Firmen die hervorragende Arbeit
leisten.
Wenn
Ihr noch Fragen habt, meldet Euch, ich helfe gerne
weiter! Die Preise der Teile und Arbeiten entnehmt
bitte der Preisliste.
Viele
Grüße
Klaus
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